Wie es „früher war“. Beiträge von Chronistinnen und Chronisten in der Oberländer Rundschau und anderen Medien im Jahr 2025.
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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.: 47 vom 26. November 2025
„Alplhaus“
Dem „fotografierenden“ emeritierten Priester Franz Xaver Klotz (1868–1942) verdanken wir diese Aufnahme des „Alplhauses“, die eine Schulklasse mit Lehrer zeigt. Entstanden dürfte das Foto in den späten 1920er-Jahren sein.
Das „Alplhaus“ wurde durch Mathias Seng aus Wildermieming 1865 erbaut, von der Gemeinde Telfs 1882 erworben und 1890 durch die Sektion München des Deutschen Alpenvereins gekauft. Mathias Seng – er starb am 21.10.1877 – war ein großer Gönner des Schützenwesens und veranstaltete auf dem „Alpl“ Freischießen. 1896 wurde die Hütte durch eine Lawine stark beschädigt, 1921 ist sie abgebrannt (als Brandursache ergab sich Brandstiftung nach einem Einbruch; das Haus war bis auf die Umfassungsmauern vollständig abgebrannt, die Täter konnten trotz einer Auslobung von 1.000 Mark Belohnung nie ermittelt werden) und 1924 wiedererrichtet. Das Haus liegt auf 1506 m Höhe und ist als Ausgangspunkt für die Besteigung von Karkopf, Hochwand, Hochplattig und dem Hohe-Munde-Westgipfel bekannt. Sie ist unbewirtschaftet, kann nur von Alpenvereinsmitgliedern gebucht werden, liegt oberhalb von Telfs und wurde 2017–2018 generalsaniert.
Foto: Chronikarchiv Haiming
Text: Manfred Wegleiter, Ortschronist

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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.: 46 vom 12. November 2025
Flüchtlingslager Haiming
Aus aller Welt kamen im Oktober 1988 rund 300 ehemalige Bewohner des Flüchtlingslagers in Haiming zusammen, um ein Wiedersehen zu feiern. Organisiert von Willi Heidinger mit Unterstützung von Tourismusobmann Hubert Plieschnig, gestaltete sich das Treffen zu einem Erlebnis mit großen Emotionen. Viele der Teilnehmer hatten sich seit Jahr- zehnten nicht mehr gesehen. Nach den Wirren des Krieges wanderte ein Teil der volksdeutschen Lagerbewohner nach Australien, in die USA oder in andere europäische Länder aus, manche Familien siedelten sich – wie auch die Familie Heidinger – in Haiming an und bauten sich mit Fleiß und Ausdauer eine neue Existenz auf. Herzlich empfangen wurden die Besucher von der Gemeinde Haiming mit Bürgermeister Wilfried Stigger, der als Erinnerungsgeschenk das Heimatbuch überreichte. Willi Heidinger organisierte bis zu seiner schweren Erkrankung weitere Treffen, er starb am 8. Mai 2006.
Foto: Chronikarchiv Haiming
Text: Manfred Wegleiter, Ortschronist

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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.: 45 vom 04. November 2025
Frühmesser-Widum
Das in Oberlängenfeld gelegene Mittelflurhaus mit seinem charakteristischen, gewölbten Hauseingang wurde ursprünglich als Frühmesser-Widum errichtet. Es zählt zu den bedeutenden historischen Gebäuden des Ortes und spiegelt die traditionelle Bauweise jener Zeit wider. Von 1902 bis 1967 diente das Haus als Wohn- und Ordinationshaus der Längenfelder Ärzte – beginnend mit dem Kurarzt Dr. Knoll bis Dr. Holewka im Jahr 1967. Über mehrere Jahrzehnte hinweg war das Widum somit nicht nur ein Ort des Wohnens, sondern auch der Heilkunst und des Vertrauens für die Bevölkerung von Längenfeld. Wie das Bild zeigt, wurde in den 1980er- Jahren das Haus von Hermann und Ingeborg mit viel Liebe zum Detail restauriert und dient seither als ihr Wohnhaus. Damit bleibt das historische Gebäude nicht nur erhalten, sondern wird weiterhin aktiv genutzt – als lebendiger Teil der Geschichte und Gegenwart von Oberlängenfeld.
Text/Foto: Gudrun Praxmarer, Ortschronik Längenfeld

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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.: 44 vom 29. Oktober 2025
Schülerbefreiung:
Was heute schwer vorstellbar ist, gehörte früher in bäuerlich geprägten Regionen als selbstverständlich dazu. So auch im Pitztal, wo die Bauersleute auf die Mitarbeit ihrer Kinder angewiesen waren. In der Schulchronik von St. Leonhard lagern viele Dokumente, die die Notwendigkeit der Mithilfe der Kinder in Haus und Hof belegen. Die Ansuchen an den Bezirksschulrat betrafen vor allem das Hüten von Vieh, dazu wurden die Kinder schon Ende April gebraucht und aus der Schule genommen. Nicht immer mit Erlaubnis, deswegen wurden die Eltern wegen des „Schulschwänzens“ ihrer Kinder bestraft. Im abgebildeten Schreiben vom 15.4.1952 sucht ein Familienvater aus St. Leonhard um Befreiung seines Sohnes Josef an – schließlich wurde ihm die Erlaubnis erteilt, seinen Sohn ab 1. Mai aus der Schule zu nehmen. Das Foto zeigt das alte Volksschulgebäude, das bis 1973 in Verwendung war.
Text: Hildegard Neuner, Chronikteam St. Leonhard
Fotos: Schulchronik St. Leonhard


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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.: 42 vom 14. Oktober 2025
Straßenbau
Rege Straßenbaumaßnahmen 1971 in Karrösten: Die Zufahrtsstraße nach Karrösten wurde verbreitert und die Kehren wurden ausgebaut, sodass auch Schwerkraftfahrzeuge und Omnibusse ungehindert in das Dorf einfahren konnten. Die Gemeinde Karrösten suchte gleichzeitig bei der Post um eine Postautolinie an. Dies wurde jedoch mit der Begründung abgelehnt, dass das Dorf zu klein sei und zuerst ein geeigneter Weg nach Karres gefunden werden müsse. Eine diesbezügliche Begehung wurde mit dem Bezirkshauptmann von Imst und den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden durchgeführt. Da die Gemeinde Karres nicht interessiert war, wurde dieses Projekt bis heute nicht umgesetzt. Auch im Dorf selbst wurden Wegverbreiterungen durchgeführt. Dazu war es notwendig, einen Teil des vom Landeskulturfonds aufgekauften Anwesens von Franz Schöpf und das sogenannte „Gadele“, welches die Gemeinde von Robert Schöpf erworben hatte, abzubrechen. Im Zuge dieser Arbeiten wurde der Dorfbrunnen verlegt, neu aufgebaut und mit einer umgebenden Grünanlage aufgewertet. Der Abschnitt vom Dorfanfang bis zum „Dachle“ wurde staubfrei gemacht. Die Kosten betrugen 104.000 Schilling. Die Fotos zeigen den alten Dorfbrunnen (1960) und die alte Straße nach Karrösten (1961).
Text: Chronik Karrösten Fotos: Sammlung Ralf Rokita, Imst

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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.: 40 vom 01. Oktober 2025
Deserteure und Familien
Ein Erzählabend zum „Leben danach“
(ch) An der Front kämpfen oder die Flucht ergreifen – solche Entscheidungen stellten viele Männer im Zweiten Weltkrieg vor schwierige Fragen. Im Ötztal versteckten sich einst rund 80 Wehrmachtsdeserteure. Wie es diesen Männern erging und welche Folgen ihre Desertion für ihre Familien hatte, steht im Mittelpunkt eines Erzählabends mit Hildegard Frischmann. Lange Zeit galt das Schicksal der Deserteure als Tabuthema. Die Bewertung, ob sie als Helden oder Feiglinge gelten sollten, gepaart mit Verlust und den traumatischen Erfahrungen des Krieges, ließ viele Familien über den Zweiten Weltkrieg schweigen. Anlässlich der Ausstellung „WER WIDERSTAND? Deserteure der Wehrmacht im Ötztal“ lädt das Turmmuseum Oetz am 1. Oktober um 19 Uhr zu einem besonderen Abend ein. Den Auftakt macht die Umhauser Chronistin Hildegard Frischmann, Tochter von Alfons Auderer aus Tumpen, der sich im September 1944 entschloss, nicht mehr zu seinem Kommando zu erscheinen. Sie berichtet sowohl von den Familienüberlieferungen als auch vom Leben in der dörflichen Gemeinschaft nach Kriegsende. Alle Interessierten und Betroffenen sind herzlich eingeladen, sich im Anschluss an die Erzählungen an der Diskussion zu beteiligen.

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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.: 40 vom 01. Oktober 2025
Innbrücke Roppen
Am 5. Oktober 2025 erfolgt die Einweihung der neuen Innbrücke in Roppen. Der Neubau der 1937–1939 erbauten hölzernen Sprengwerkbrücke war aufgrund des schlechten Zustandes (Schädlingsbefall, kleine Brüche und Risse, Fäulnis usw.), aber auch aufgrund der heutigen Anforderungen in Bezug auf Tragkraft und Spurbreite nicht aufschiebbar. Sie wurde im Herbst 2024 komplett abgetragen und in acht Monaten Bauzeit durch eine moderne, multifunktionale Stahl-Beton-Verbundbrücke ohne Pfeiler mit einer mittleren Fahrrinne und zwei seitlichen Fußgänger- und Radfahrerabsätzen ersetzt. Das Bauwerk ist zudem ein wichtiges Element für die Versorgung von Roppen, da es die Wasser-, Kanal- und Internetanbindung für etwa ein Drittel des Dorfes beinhaltet und einen Abschnitt des Inntal-Radweges bildet. Bereits in einem besiegelten Pergament aus dem Jahre 1456 werden die Mautgebühren für die Benutzung sowie die Bau- und Erhaltungskosten der Inn-Überquerung abgehandelt. Sie stellte damals eine enorm wichtige Anbindung des Inntales an das Ötztal dar. Eine Bemautung für die Begehung und Befahrung der Roppener Innbrücke erfolgte übrigens bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts. In einer Gemeinderatssitzung am 15.12.1926 wurde beispielsweise noch eine Erhöhung der Maut für die Begehung und Überfahrt beschlossen. Die Bepreisung reichte von 2 Groschen für den Übertritt einer Person bis zu 2 Schilling für die Überfahrt mit Autos und Lastautos.
Text und Foto: Ortschronik Roppen

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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.: 39 vom 24. September 2025
Hüter des Wissens trafen sich in Roppen
48. Bezirkschronistentag zeigte einmal mehr die Wichtigkeit des Chronikwesens
Der Chronistenbezirk Imst umfasst alle 24 politischen Gemeinden des Bezirkes Imst. Alljährlich treffen sich die Hüter des Wissens beim Bezirkschronistentag, um sich auszutauschen, sich zu vernetzen und über ihre laufenden Projekte zu berichten. Dieses Jahr lud das ChronistenTeam Roppen in den Kultursaal der Gemeinde. Bürgermeister Ingo Mayr betonte dabei die Wichtigkeit des Chronikwesens für die Gemeinden.
Von Friederike Hirsch
Das Chronisten-Team Roppen, Bürgermeister Ingo Mayr und Bezirkschronist Günter Flür konnten sich auch beim 48. Bezirkschroniktag nicht über mangelnde Teilnahme beklagen. Bürgermeister Mayr betonte dabei die Wichtigkeit des Chronikwesens für die einzelnen Gemeinden und für Tirol. „Chronisten sind Wegbegleiter und Geschichte findet auch und nicht zuletzt in der Begegnung der Menschen statt“, so der Bürgermeister. Sie sind aber auch oft unterschätzte Hüter des Wissens und nicht nur Zeugen ihrer Zeit. Sie sind Vermittler von Geschichte und Identität. Die Kunst der Chronistik ist aber nicht nur das Festhalten von Fakten, sondern erfordert Empathie und Sensibilität. Er muss zwischen verschiedenen Quellen, Überlieferungen und Meinungen navigieren, um ein möglichst umfassendes Bild der Realität zu schaffen. Ein reges Chronikwesen, so wie das Chronikwesen im Bezirk Imst, bewahrt nicht nur die Vergangenheit, sondern stärkt auch das Gemeinschaftsgefühl der Bürger. In den einzelnen Kurzberichten der Chronisten aus dem Bezirk konnte man deutlich erkennen, wie vielschichtig und herausfordernd diese ehrenamtliche Arbeit sein kann. Neben den unterschiedlichsten Veranstaltungen wie Fotoausstellungen und Videoabenden, war das Chronistenjahr im Bezirk geprägt von zwei großen talweiten Ausstellungen.
AUSSTELLUNGEN UND MEHR. Unter Mitarbeit der Ötztaler Chronisten und mit Beiträgen von Manfred Wegleiter (Chronist Haiming) gestalteten die Ötztaler Museen in diesem Jahr Ausstellungen und Veranstaltungen zum Themenschwerpunkt „NS-Zeit im Ötztal“. Was geschah in der Region in den Jahren 1938–1945? Vier Ausstellungen, ein neues Buch und ein talweiter Audioguide geben Einblick in verschiedene Kapitel dieser bisher noch nicht erzählten Geschichte des Tales. Mit der Ausstellung „Wege ins Tal“ – eine beeindruckende Zeitreise im Pitztal – bewiesen die Pitztaler Chronisten, wie wertvoll eine Zusammenarbeit sein kann. Die Ausstellung wurde von den engagierten Chronistinnen und Chronisten des Pitztals unter der Leitung des Kurators Daniel Huter aufgebaut und bot den Besuchern einen faszinierenden Einblick in die Entwicklung des Wegenetzes ins Pitztal. Heimatforscher und Chronist Adi Brüggler baute Brückenmodelle der im Tal noch vorhandenen „Ensenbrücken“, einer Bauart von Brücken, die nur im Pitztal angewendet und von einer Fachjury aus Bauingenieuren bewundert wurde. Chronist Dietmar Heiß beschäftigte sich 2025 unter dem Motto „Rietz, wie alt bist du eigentlich? Und woher kommst du?“, mit der faszinierenden Geschichte der Besiedelung Tirols. Besonders spannend war die erste Erwähnung der Gemeinde Rietz im Jahr 1264, die als bedeutender Meilenstein in der Geschichte dieses Ortes betrachtet werden kann. Um die historische Bedeutung dieses Dokuments zu würdigen, ist die Reproduktion der Urkunde nun im Gemeindeamt ausgestellt. Der Freundschaftsbund Oetz-Sautens lud in Zusammenarbeit mit dem Sautner Chronisten Ludwig Auer und dem Oetzer Chronisten Sieghard Schöpf zu einem Erinnerungsnachmittag in den Saal „Ez“ ein. Die Chronisten präsentierten gekonnt Fotos, Filme und Videos, teilweise aus den 50erund 60er-Jahren. Gespannt sein darf man auf die Ausstellung, kuratiert von Chronist Manfred Wegleiter, „80 Jahre Kriegsende Haiming“ im November im Oberlandsaal Haiming.


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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.: 39 vom 24. September 2025
Vorstellung der Dorfchronik 2023 in Oetz
Immer wieder ein interessanter Rückblick auf die Vergangenheit
Dorfchronisten sind in ländlichen Gemeinden eine wichtige Ressource, wenn es um die Aufzeichnung der Geschichte, Ereignisse und Entwicklungen eines Dorfes geht. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, die lokalen Geschichten, Traditionen und bedeutenden Ereignisse zu dokumentieren und zu bewahren. Die Rolle des Dorfchronisten ist vor allem eine ehrenamtliche Aufgabe, die sowohl historische als auch kulturelle Bedeutung hat. Sie sorgen dafür, dass die Geschichte eines Dorfes nicht verloren geht und in zukünftigen Generationen weiterlebt. Ihre Arbeit ist sowohl für die Identität des Ortes als auch für die Forschung von sehr großer Bedeutung.
Von Werner Föger
Mit dem Lied „Heast as net“ von Hubert von Goisern wurden die Besucher im voll besetzten Saal Ez am Freitagabend, 19. September, auf einen ganz besonderen Abend eingestimmt. Hatten doch Dorfchronist Sieghard Schöpf und das Team der Bücherei im Turm zur Vorstellung der Dorfchronik des Jahres 2023 geladen. Einen herzlichen Gruß richtete er an alle, die gekommen sind – an Alt und Jung, an die drei Musiker Silvia Speckle, Robert Cervenka und Stefan Greuter, einen besonderen aber an Bürgermeister Hansjörg Falkner, Vizebürgermeister Michael Nagele, Altbürgermeister und Ehrenbürger Joachim (Jochl) Grießer, Gemeinderäte, Chronistenkollegen u. a. Ein großes „Danke“ richtete Sieghard an den Bürgermeister, das Büchereiteam und an alle, die ihm immer wieder wichtige Informationen und Fotos zukommen lassen. Nach dem Dank für die immer wieder positiven Rückmeldungen bzgl. seiner Arbeit wies er auf die Hochzeitsfotos, die er ausgestellt hatte, hin und dazu stand geschrieben: „Es ist ein großes Geschenk, einen Menschen zu treffen, mit dem man über so lange Zeit glücklich zusammen ist.“ Nach der Chronikübergabe an den Bürgermeister und an die Büchereileiterin Barbara Köhle ergriff Bürgermeister Hansjörg Falkner das Wort. Er zeigte große Freude über die Arbeit von Sieghard, dankte ihm dafür, dass er bei allen Veranstaltungen dabei ist, zeigte große Wertschätzung ihm gegenüber und ist froh, „dass wir ihn haben“. Ebenso dankte er dem Büchereiteam und mit der Überreichung eines Blumenstraußes an die Gattin von Sieghard und Büchereileiterin Barbara schloss er seine Grußworte.
CHRONIKVORSTELLUNG. Mit den Zeilen: „Es wird immer einen Stift geben, um die Zukunft zu schreiben. Aber es wird nie einen Radiergummi geben, um die Vergangenheit auszuradieren“ begann dann das Highlight des Abends – die Präsentation der Dorfchronik 2023. Zu Beginn wurde auf die Verstorbenen des Jahres zurückgeblickt, es hat sich einiges getan in diesem Jahr – Positives, Negatives und allerlei Bedenkliches. 354 Veranstaltungen bei Ereignissen wurden schriftlich dokumentiert, 106 Veranstaltungen wurden fotografisch festgehalten, 70 Videos wurden gedreht und ca. zehn Sendungen über Oetz in ORF, Servus TV, Ötztal TV etc. wurden aufgenommen und archiviert. Anschließend wurden Statistikzahlen präsentiert, die hier nicht alle nur annähernd aufgezählt werden können. Hier nur ein kleiner Auszug: 231 gemeldete Betriebe gibt es in Oetz, im Jahresdurchschnitt fahren täglich 14.130 Fahrzeuge durch Oetz, es gab 29 Hochzeiten – fünf davon mit kirchlichem Segen, Rückblick auf Jahreshauptversammlungen und Neuwahlen bei verschiedenen Vereinen, Erfolge von Sportlern, Musikern (prima la musica), Konzerte, Gemeindepolitik, Ehrungen, Veranstaltungen im Jahreskreis u. a. Nach einer Pause wurden noch einige Filmausschnitte präsentiert – Gletscherprojekt der VS Oetz, Turmmuseum, Schitag in Oetz, Sprint-Champion Serafin Nösig und ein Film mit Fotos mit einem bunten Querschnitt durchs Jahr 2023. Am Ende der Rückschau auf die Chronik des Jahres 2023 sagte Sieghard, dass der gesamte Inhalt des Chronikbuches und Fotos in der Bücherei im Turm gelesen und angeschaut werden können, und mit Freude berichtete er, dass er mit Ursula Stecher eine Frau gefunden hat, die in seine „Chronikfußstapfen“ treten wird – Details dazu müssen aber erst ausgemacht werden. Er dankte für die Aufmerksamkeit und Anerkennung seiner Arbeit und ist erfreut, dass das Ergebnis dieser Arbeit gefällt. Mit Dankesworten an das Büchereiteam, die Musiker und alle Besucher des heutigen Abends schloss er den tollen Abend, der allen sicher noch lange in guter Erinnerung bleiben wird.


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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.: 39 vom 24. September 2025
Volksschule Wald im Pitztal
Volksschule Wald im Pitztal, Schuljahr 1964/65. Am Foto ist die kombinierte Klasse der 4. bis 8. Schulstufe zu sehen: 1. Reihe (v. l.): Hans Knabl, Heinz Neurauter, Wilfried Giovanelli †, Josef Neururer, Reingard Raggl, Leni Gabl 2. Reihe: Josef Knabl, Josef Kapferer, Franz Raich, Martin Flir, Irene Neururer, Erika Gabl 3. Reihe: Josef Götsch †, Josef Gabl †, Hubert Gabl, Erich Flir, Antonia Schuler, BrigitteNeururer.4. Reihe: Siegfried Gabl, Hermann Kapferer †, Renate Flir, Maria Wohlfarter, Margarethe Raggl, Lehrer Herbert Abfalterer, Margreth Gabl, Edith Neururer, Roswitha Flir, Agnes Köll, Anni Krabichler
Foto: Privat

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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.: 38 vom 17. September 2025
Reifeprüfung …
Neun Jahre nach Absolvierung der Reifeprüfung löste der Maturajahrgang 1977 des BRG Imst das Versprechen ein, sich auf dem Fußballplatz beim Imster Bundesrealgymnasium mit ehemaligen Professoren zu messen. Einige der Kicker verfügten über eine feine Technik, die sie sich bei ihren heimischen Fußballvereinen angeeignet hatten. Die gute körperliche Verfassung war auch noch neun Jahre nach der Matura dem jahrelangen Konditionstraining von „Turnprofessor“ Mag. Hannes Kastner geschuldet. Am Spielfeld entwickelte sich eine kampfbetonte, aber faire Partie. Das Ergebnis war unwichtig, Hauptsache, man kam wieder einmal zusammen. Von den 1977er Maturanten waren sechs auf dem Spielfeld, vier weitere Kicker wurden kurzerhand verpflichtet.
Text und Foto: Manfred Wegleiter

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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.: 37 vom 10. September 2025
Vulgonamen
Als Unterscheidungsmerkmale dienten seit jeher Vulgonamen, die sich von Höfen, Berufen, Vornamen oder bestimmten Merkmalen der betreffenden Personen ableiteten. Mitten im alten Dorfkern von Haiming (früher Nr. 76, 54, 56) an der Dorfstraße 6, steht das Bauernhaus der „Zenzn“, in dem mehrere Schöpf-Generationen und deren Nachkommen gelebt haben und noch leben. Der Vulgoname „Zenz“ stammt allerdings von Kreszenz Schuler, die mit dem Schmiedemeister Anton Pittrich aus Oetz verheiratet war. Deren Tochter Katharina heiratete 1887 Johann Schöpf (1856-1921), dessen Vater Wendelin ein Haiminger Maurermeister war. In die „Zenzn-Familie“ heiratete ein weiterer Haiminger Schöpf ein, nämlich Josef (1883-1974), der Maria Schöpf 1919 ehelichte. Das Foto zeigt die Familie Schöpf mit einem Leiterwagen vor dem „Zenzn Haus“ um 1930; in der Bildmitte Maria mit ihren Kindern Josefine, Anton und Marianna, im Hintergrund Oma Katharina geb. Pittrich mit einem Kleinkind, neben ihr die ledige Tochter Anna „Zenzn Nannele“, ganz rechts Josef Schöpf, der bei der Musikkapelle Haiming fünzig Jahre lang als begabter Tenorist sein Können unter Beweis stellte.
Foto: Chronikarchiv Haiming Text: Manfred Wegleiter, Ortschronist

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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.: 36 vom 03. September 2025
Die St. Josefskapelle
Die St. Josefskapelle ist zusammen mit dem alten Antonius-Brunnen der Andachts- und Kommunikationstreffpunkt für Jung und Alt an der Weggabelung im Oberdorf von Obermieming. Sie wurde Anfang des 18. Jahrhunderts errichtet, gehörte zum Locherhof der Familie Haas in Telfs, wurde im Herbst 2003 im Rahmen einer Schenkung an die Agrargemeinschaft Obermieming übertragen und anschließend renoviert. Die barocke Fassade mit ihren drei Rundfenstern ist charakteristisch für den Stil der Zeit. Im inneren, rechteckigen Betraum wurde der Barockaltar mit einem 4-säuligen Aufbau zum Blickfang für den eintretenden Andachtsuchenden. Die Säulen tragen korinthische Kapitelle. Der Überbau zeigt ein schön geschwungenes Gebälk, das Hauptgemälde stellt den Hl. Josef dar, umgeben von einem Puttenkranz und einem Puttenengel mit einer Lilie in der Hand. Das obere Bild zeigt den Hl. Franziskus und den Hl. Antonius. Das Hauptbild ist signiert von R.F. 1858 Josef Kluibenschedl. Im Tabernakelschrein steht eine Statue des Hl. Josef. Die Kreuzwegstationen sind auf Leinwand gemalt und stammen ebenfalls aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Links und rechts an den Seitenwänden lässt je ein Rundbogenfenster mit Josefs-Motiven das Außenlicht in die Kapelle. Die Fenster wurden künstlerisch von Heinrich Tilly und handwerklich von Reinhold Waldhart (beide aus Telfs) gefertigt. An der Decke stellt ein Gemälde den Hl. Josef dar. Der Verein „Freunde der St. Josefkapelle“ kümmert sich bereits seit zehn Jahren ausschließlich um die Betreuung und Erhaltung der Josefskapelle in Obermieming.
Text und Foto: Andreas Fischer

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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.: 34 vom 20. August 2025
GH Wiese
Die Familie Erwin und Paula Melmer kaufte um 1970 den desolaten Gasthof Wiese in St. Leonhard samt Landwirtschaft, vermietete Zimmer und baute das Kolonialwarengeschäft, wie es beim „Pfroll“ noch war, zu einem Tages-Café um. Um 1990 übernahm Sohn Markus Melmer als ausgebildeter Koch mit seiner Gattin Anita den Gasthof. Gemeinsam wurde die „Wiese“, wie sie genannt wird, zu einem renommierten Hotelbetrieb aus- und umgebaut. Während der Corona-Zeit erfolgte eine erneute Umbau- und Ausbauphase und der älteste Sohn kam als erfahrener Gourmet-Koch mit in den Betrieb. Damit erreicht das Hotel Wiese mit der hervorragenden Küche weitum einen hohen Bekanntheitsgrad. Der berühmte Maler Alois Gabl (24.9.1845–1893) erblickte im Gasthof Wiese das Licht der Welt. Immer wieder wird vom Gasthaussterben berichtet – mit viel Zusammenhalt, Tüchtigkeit und Fleiß ist es auch möglich, in einem etwas ruhigeren Weiler wie Wiese in St. Leonhard im Pitztal Beständigkeit und Erfolg zustande zu bringen.
Text und Foto: Adolf Brüggler, Teammitglied Chronik St. Leonhard

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www.tt.com am 09.08.2025
Damals mit dem Fahrrad
Vier Haiminger Junggesellen starten an einem Sommertag des Jahres 1953 zu einem Sonntagsausflug.

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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.: 32/33 vom 07. August 2025
Schindler-Kanal
In den Jahren 1905-1910 errichtete das Unternehmen Jenny & Schindler ein System von vier Wasserkraftwerken an einem Ausleitungskanal am Pigerbach in Karrösten zur betriebseigenen Stromversorgung seiner Weberei und Spinnerei. Das System gliederte sich in eine Hauptstufe und in drei Unterstufen. Die Einleitung des Kanals erfolgte im Gemeindegebiet von Karrösten in den Inn. Im Bild (aufgenommen vor 1923, die Eisenbahnelektrifizierung war noch nicht durchgeführt) deutlich ersichtlich ist der noch unverbaute Inn westlich der Innbrücke ins Pitztal. Der Kanal führte direkt in den Inn. Durch die Innverbauung und die Baumaßnahmen im Zuge des Baues der Autobahn mit den Tunnelröhren wurde dieses Gebiet deutlich verändert. Heute wird das Wasser ab dem Kanalende in einem offenen Gerinne etwa 30 m bis zum Inn geführt. Der Kanal endet direkt beim Inntalradweg.
Text: Günter Flür, Bezirkschronist
Foto: Sammlung Ralf Rokita, Imst

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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.: 30 vom 23. Juli 2025
Sigmund Götsch
Am 17.12.1934 wurde auf dem neu errichteten Friedhof in Gries im Sulztal als Erster Sigmund Götsch zur geweihten Erde bestattet. Götsch war von 1875 bis 1919 Schulleiter und Lehrer in Gries sowie mehr als 65 Jahre Mesner der Kaplanei- und Wallfahrtskirche in Gries. Seine Sehnsucht wäre es gewesen, Priester zu werden. Er lernte aus eigenem Interesse die lateinische Sprache, fand jedoch niemanden, der ihm zum Studium verholfen hätte. Sigmund Götsch wurde als 4. Kind des Donat Götsch und der Maria Falkner von Gries geboren. Unter seinen Vorfahren finden wir den Schreiner Cassian Götsch (1657) und den weit über die Grenzen hinaus bekannten Bildhauer Josef Götsch (1728), die etliche Kirchen des Ötztales mit Altären ausgestattet haben.
Text und Sterbebild: Chronik Längenfeld

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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.: 29 vom 16. Juli 2025
Brand 1933
Am 9. November 1933 brach um die Mittagszeit in der Obergasse Karrösten ein Brand aus. Wahrscheinlich geriet aus Fahrlässigkeit ein Türkenschober, der am Stadel des Dominikus Nairz lehnte, in Brand. Der damals herrschende, starke Südwind brachte es mit sich, dass die Flammen rasch auf das Wirtschaftsgebäude und auf den ganzen Komplex der dort wohnenden Familie (Dominikus Nairz, Matthias und Alois Köll, Karoline Gstrein) übergriffen. Da die neue Motorspritze – infolge Abwesenheit des Wärters – nicht sogleich in Gang gebracht werden konnte, kam auch das Doppelhaus Krabacher/Thurner in Brand. Die Baulichkeiten brannten vollständig nieder, das Vieh konnte gerettet werden. Eine weitere Ausbreitung des Feuers konnte von der Karröster Wehr verhindert werden. An der Brandbekämpfung beteiligten sich auch die Feuerwehren von Karres, Imst, Tarrenz, Arzl, Wald, Roppen und Haiming. Der Schaden wurde auf ungefähr 100.000 Schilling (heute ca. 473.000 Euro) geschätzt. Im Frühjahr 1934 wurde mit dem Aufräumen der Brandstätte begonnen, und bis zum Spätherbst desselben Jahres waren alle Häuser neu aufgebaut.
Text und Foto: Chronik Karrösten/Günter Flür

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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.: 27 vom 02. Juli 2025
Tennissport
Der auch in unseren Breiten aufstrebende Tennissport führte am 26. März 1976 zur Gründung des Tennisclub Helene Möbel im Gasthof Pfeffermühle in Ötztal-Bahnhof. Als erster Obmann fungierte Herbert Derflinger, gespielt wurde auf dem Tennisplatz der Firma Helene-Möbel. Nachdem der Verein als eigene Sektion des SV Haiming-Ötztal aufgenommen wurde, änderte er seinen Vereinsnamen in TC Haiming-Ötztal. 1982 erreichte der Verein durch eine Vereinbarung mit der Fa. Niederer die Errichtung von Umkleide- und Duschmöglichkeiten für Damen und Herren. Mit Unterstützung durch die Gemeinde Haiming begann 1982 der Bau einer Tennisanlage nördlich des Sportplatzareals, 1984 konnten die Plätze bereits bespielt werden. Als am 1. Mai 1986 das Sportzentrum feierlich eröffnet wurde, war auch der TC Haiming-Ötztal rundum versorgt: Vier Normplätze, eine Spielwand, zwei große Umkleideräume mit Dusche und WC, sowie ein Geräteraum standen den Mitgliedern zur Verfügung. Bis heute wurde laufend Modernisierungen und Adaptierungen im schmucken Tenniszentrum vorgenommen.
Foto: Chronik Haiming (Heinz Kugler) Text: Manfred Wegleiter, Ortschronist

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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.: 26 vom 25. Juni 2025
Pensionistenverband
Als besonders reiselustig galten die Mitglieder des Pensionistenverbandes Haiming seit jeher. Fotografisch dokumentiert wurden die Eindrücke bei den Reisen meist von Anton Plankl, einem passionierten Hobbyfotografen, der in Brunau wohnte. Als verlässlicher „Reiseführer“ begleitete bei vielen Fahrten der SPÖ-Funktionär und pensionierte Bundesbahnbeamte Karl Geissler die Teilnehmer. Der gebürtige Burgenländer (geboren in Sigleß im Jahr 1903) war Schmiedemeister und heiratete am 24.2.1936 in Haiming die Bauerntochter Anna Maria Habicher. Das Ehepaar errichtete am heutigen Föhrenweg ein Eigenheim. Karl Geissler engagierte sich auch als Gemeinderat in Haiming.
Foto: Chronik Haiming Text: Manfred Wegleiter, Ortschronist

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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.: 24 vom 11. Juni 2025
Wiederaufbau Widum
Nach dem verheerenden Großbrand in Haiming vom 3. Juli 1897, dem eine 52-jährige Taubstumme zum Opfer fiel und 67 Häuser vernichtet wurden, schritt der Wiederaufbau rasant voran. Auch das Widum (gewidmetes Gut, Pfarrhof) musste neu errichtet werden. Dem Wunsch der Gemeindevorstehung und des Pfarramtes nach einem Neubau am ehemaligen Standort im Dorfzentrum widersprach das bischöfliche Ordinariat vehement. In einem Schreiben vom 29. Juli 1897 an das Pfarramt Haiming führte Kanzler Theodor Friedle (1836-1915) weiter aus: „Wenn das neue Widum am alten Platz gebaut wird, kann nicht einmal ein feuerfestes Archiv in demselben angebracht werden. Das Ordinariat muss daher entschieden darauf dringen, dass das neue Widum in der Nähe der Pfarrkirche gebaut werde und dasselbe ist auch bereit, in diesem Falle zum Widumbau einige hundert Gulden beizutragen.“
Das neue Widum wurde schließlich in unmittelbarer Nähe zur Pfarrkirche errichtet, die Ausschreibung der Baumeisterarbeiten erfolgte im Jänner 1898. Maßgeblich an der Umsetzung des Projektes waren Kooperator Joel Eberhart und Kirchprobst Johann Schilcher beteiligt. Am ehemaligen Standort wurde auf den Grundmauern der Brandruine ein Gebäude errichtet, das Kooperatoren, Lehrern und Mesnern als Unterkunft diente.
Text: Manfred Wegleiter, Ortschronist. Foto: Chronik Haiming

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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.: 23 vom 04. Juni 2025
David Hofmann
Er gehörte zu den ältesten Haiminger Opfern des 2. Weltkrieges: David Hofmann, geboren am 4. Dezember 1903, starb am Herz-Jesu-Sonntag des Jahres 1945 auf einem Gefangenentransport nach Russland. Nach einem Bericht eines Mitgefangenen, der 1947 aus russischer Gefangenschaft heimkam, ist der Familienvater in einem Gefangenenlager in Tabor (Südböhmen) verstorben. Im Lager waren 15.000 Soldaten interniert, täglich gab es ½ Liter dünne Wassersuppe und eine Scheibe Brot. David Hofmann kam in Gsies im Pustertal als Sohn der Bauersleute Silvester Hofmann und Agnes (geb. Hintner) auf die Welt. Er arbeitete als Tischler und heiratete am 10.11.1931 in Absam Anna Valte aus Haiming. Das Ehepaar Hofmann hatte vier gemeinsame Kinder (Marianne, die Älteste, brachte Anna in die Ehe mit). Auf dem Foto ist die Familie kurz vor der Einberufung des Vaters versammelt zu sehen.
Foto: Chronik Haiming Text: Manfred Wegleiter

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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.: 23 vom 04. Juni 2025
Günter – Bewahrer der Geschichte
Günter Flür engagiert sich seit 2004 ehrenamtlich als Chronist. Bis 2022 war er Gemeindechronist von Karrösten, ehe er mit dem Ende der Gemeinderatsperiode das Amt zurücklegte. Seither ist er als Bezirkschronist der „Arbeitsgemeinschaft der Chronisten im Bezirk Imst“ tätig. Sein Interesse an der lokalen Geschichte entstand während seiner Tätigkeit als Gemeindemandatar. Die Vergangenheit seines Dorfes zu erforschen und für kommende Generationen zu bewahren, wurde ihm ein großes Anliegen. Besonders stolz ist Günter auf die umfangreiche Erforschung der Flurnamen. Gemeinsam mit einem achtköpfigen Team hat er alte Bezeichnungen und Geschichten gesammelt – ein Stück Identität, das sonst vielleicht verschwunden wäre. Was ihn antreibt? Die Überzeugung, dass ehrenamtliches Engagement mehr ist als ein Dienst an der Sache – es ist ein Dienst an den Menschen. Geschichte soll nicht verstauben, sondern lebendig bleiben.
Sein Aufruf an alle, die überlegen, sich zu engagieren: „Die Wahrheit liegt in der Geschichte – doch sie bleibt nur, wenn wir sie bewahren. Denn von den alten Zeiten ist noch viel übrig.“
Initiiert vom Freiwilligenzentrum Gemeinwohlregion Imst

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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.: 21 vom 20. Mai 2025
„Buabeler“
Johann Raffl vulgo „Buabeler“ lebte mit seiner Gattin Johanna geb. Stigger und den Kindern auf einem Bauerngut in Haiming Nr. 61. Neben seiner Tätigkeit als Landwirt diente er als Gemeindediener. Auf seinem Hof war immer was los, denn der „Buabeler“ beherbergte vor allem in wirtschaftlich schwierigen Zeiten viele Familien. Seine Eltern waren die Bauersleute Josef Raffl und Rosa Waldhart. Als er am 18. April 1929 im Alter von 66 Jahren starb, hinterließ er seine Gattin Johanna und die minderjährigen Söhne Tobias, Hermann und Alfons. Einen Teil ihrer Jugendzeit verbrachte auch die Familie Leitner beim „Buabeler“. Noch heute erzählen die Leitner-Buben (Zedlers) von der Jugendzeit, die ohne Luxus ablief, aber von vielen Abenteuern und lustigen Streichen geprägt war. Auf dem Foto präsentieren sich Hand in Hand Josef Leitner (links mit einer großen Pfeife) und Johann Leitner vor dem Buaberler Haus. Johann avancierte in späteren Jahren zum erfolgreichen Meisterjodler, Josef wiederum widmete sich mit großer Leidenschaft der Schafzucht – er gehört zu den Gründungsmitgliedern des Schafzuchtvereines Haiming. Beide leben heute noch in Haiming.
Foto: Chronik Haiming Text: Manfred Wegleiter, Ortschronist

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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.: 20 vom 14. Mai 2025
Grundstein für Kirchenbau
Vor 180 Jahren, am 26. Mai 1845, ging für die Silzerberger Bevölkerung (erst seit 1959 wird der Haiminger Ortsteil „Haimingerberg“ genannt) ein großer Wunsch in Erfüllung: Der Grundstein für den Kirchenbau wurde gesetzt. Die feierliche Handlung nahm der Prälat von Stams gemeinsam mit dem Dechant von Flaurling, der Geistlichkeit von Silz und Haiming, dem Superior des Franziskanerklosters Stams, mit zehn Priestern und dem Gerichtsvorsteher von Silz vor. Am 10. November 1846 wurde die neue Kirche „Mariä Heimsuchung“ vom Stamser Prälaten benediziert, die Weihe erfolgte am 28. Juni 1850 durch den Weihbischof von Brixen, Georg Prünster.150 Jahre nach der Benedizierung, am 30. Juni 1996, feierten die Haimingerberger nach erfolgreicher Innenrenovierung das Jubiläum mit einem gemütlichen Fest. Für die Gläubigen war es eine große Ehre, dass Bischof Dr. Reinhold Stecher gemeinsam mit Pater Pius (Seelsorger in Ochsengarten) und Pfarrer Franz Lanbach den Festgottesdienst gestaltete. Die Kirchengemeinde bedankte sich an diesem Tag auch beim Renovierungsausschuss unter Leitung von Reinhold und Richard Prantl sowie bei den vielen Unterstützern.
Text: Manfred Wegleiter, Ortschronist in Haiming
Foto: Chronikarchiv Haiming

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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.: 19 vom 07. Mai 2025
Feldpostkarte
Als Feldpostkarte wurde diese Ansicht von Sautens am 9.2.1917 versendet. Absender waren Toni und Marianne, die ihrem Cousin Josef Strigl tausend herzliche Grüße wünschten. Interessant ist der weitere Text auf der Hinterseite der Karte. Dort berichten Toni und Marianne nicht nur, dass in Sautens alles gesund sei, sondern auch von drei Diebstählen, die eine gewisse „Rinka“ beim „Hart“, beim „Jageles“ und beim „Lorenzen Daniel“ getätigt haben soll. Dabei soll die Diebin 280 Kronen, dann 100 Kronen und schließlich noch 38 Kronen erbeutet haben (die Gesamtbeute von 418 Kronen entspricht heute einer Kaufkraft von ca. 442 Euro). Beim letzten Diebstahl habe man sie erwischt, schreiben die beiden. Abschließend berichten sie ihrem Cousin Josef, dass die Leute abends die Türen fleißiger sperren, und wünschen ihrem Verwandten viel Gesundheit und frohen Mut.
Foto und Text: Manfred Wegleiter, Ortschronist in Haiming.

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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.:17 vom 23. April 2025
Probeläuten …
Am 29. Juni werden es 150 Jahre, dass die ganze „Gmua“ das Probeläuten der sechs neuen, von Johann Grassmayr gegossenen, harmonisch in C-Dur gestimmten Glocken vernahm. Um halb acht Uhr abends zog die hiesige Musikkapelle durch das Dorf zur Ankündigung der Feierlichkeit. Nach einer donnernden Böllersalve erhob das erste Glöcklein seinen Silberton. Beim feierlichen Klange der sechsten, größten Glocke horchten alle lautlos, feierlich gerührt durch den mächtigen, weit in die Stille der Nacht hineinschallenden, tiefeindringenden Ton dieser schönen Glocke. Die sämtliche Gemeinde fühlte sich bewogen und verpflichtet, dem Herrn Grassmayr ö¬ffentlich ihre volle Zufriedenheit und ihren innigsten Dank für seine kunstvollen Bemühungen auszudrücken (Haiming am 3. August 1875; Ferdinand Sterzinger, Kurat; Josef Kopp, Gemeindevorsteher; Johann Schilcher, Gemeinderat; Alois Sterzinger, Rat). Dieser Bericht erschien im Tiroler Volksblatt am 21.8.1875. Der Vertrag zwischen Johann Grassmayr und dem Glockenkomitee wurde am 14. Februar 1875 aufgesetzt, die Lieferung der Glocken bis Jakobi (25. Juli) zugesichert. Der Schmiedemeister Johann Schilcher war Mitglied im Glockenkomitee und ein eifriger Unterstützer der Kirche.
Foto: Chronik Haiming
Text: Manfred Wegleiter, Ortschronist

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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.:16 vom 16. April 2025
Wie im Paradies …
Wie im Paradies werden sich die Haiminger VolksschülerInnen mit ihren Lehrpersonen vorgekommen sein, als sie im Schuljahr 1952/53 in das neue Schulgebäude am Tränkeweg eingezogen sind. Die Situation in den großzügigen Räumen und modernen Sanitäranlagen war mit jener im alten Gemeindehaus nicht zu vergleichen. Schon 1955 zog die Volksschule weiter in ein neu errichtetes Gebäude in der Schulstraße, da in ihrem ehemaligen Domizil die Hauptschule einzog. Im Bild eine Volksschulklasse anno 1953 mit Lehrerin Johanna Haslwanter vor dem Schulhaus am Tränkeweg.
Foto: Chronik Haiming
Text: Manfred Wegleiter, Ortschronist

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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.:14 vom 02. April 2025
Vor neunzig Jahren …
Vor neunzig Jahren, am 3. März 1935, fand auf Initiative von Josef Neururer (er war Schulleiter an der Volksschule) die Gründungsversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Haimingerberg (damals „Silzerberg“) statt. Kräftig unterstützt wurde das Vorhaben vom Haiminger Kommandanten Karl Stigger und dem Löschinspektor Franz Mungenast aus Imst. Die Mitgliederwerbung lief hervorragend und schon bei der Gründung verzeichnete die 33. Wehr im Bezirk Imst vierzig Florianijünger. Zum ersten Kommandanten wurde Oberlehrer Josef Neururer gewählt, der diese Funktion bis 1957 ausübte. Sein Stellvertreter wurde Roman Prantl, als Zeugwart stellte sich Franz Prantl zur Verfügung. Den ersten Großeinsatz hatte die Silzerberger Wehr (1959 erfolgte die Umbenennung in Feuerwehr Haimingerberg) bei einem Wohnhausbrand in Haiming (bei Peter Habicher, Martin Götsch, Roman Raff) am 31. August 1938. Herausfordernd waren auch die Löscharbeiten beim Widumbrand am Höpperg am 19. März 1971 und in Mareil, als der dortige Gasthof durch ein Feuer vernichtet wurde.1957 folgte Franz Hofer als Kommandant, 1979 Johann Mareiler und dann Hubert Leitner. Heute ist Marcell Hackl Feuerwehrkommandant. Er baut auf eine Mannschaftsstärke von 57 aktiven Mitgliedern. Im Bild die ersten drei Kommandanten der Feuerwehr Haimingerberg: Josef Neururer, Franz Hofer und Johann Mareiler.
Foto: Chronik Haiming
Text: Manfred Wegleiter, Ortschronist

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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.:13 vom 26. März 2025
Kriegerdenkmal
Das Karröster Kriegerdenkmal wurde im Frühjahr 1923 auf dem „Liene Boude“ errichtet. Den Denkmalplan entwarf der Kunstmaler Thomas Walch (1867–1943) aus Imst. Er fertigte unentgeltlich auch die zwei Schrifttafeln an und schuf das im Giebel der Kapelle stehende Kreuz mit den zwei anbetenden Engeln. Die Herz-Jesu-Statue stammt aus der Hand des Bildhauers Jakob Alois Gröbner (1849–1934) aus Pettneu, dem Heimatort von Pfarrer Josef Anton Geiger (1880–1945). Diese Statue wurde bereits vor vielen Jahren entwendet, sie kostete beim Ankauf eine Million Kronen. Die erforderlichen Bauziegel stellte die Fa. Canal aus Brennbichl gratis bei, für die Zimmermannsarbeiten waren Zimmerleute aus Tarrenz zuständig. Weitere Arbeiten wurden von den Einwohnern freiwillig geleistet. Geldmittel zur Ausfinanzierung wurden durch eine Dorfsammlung aufgebracht. Im Mai 1923 erfolgte durch Hochwürden Thomas Geiger (1872–1938), dem Pfarrer und späteren Ehrenbürger von Karres, die Weihe. Die neue Herz-Jesu-Figur wurde vom Karröster Sigmund Bartl geschnitzt. Diese wurde im Herbst 2024 gesegnet. Alljährlich wird am Seelensonntag eine Prozession zum Kriegerdenkmal abgehalten. Unsere Fotos zeigen das alte und neue Kriegerdenkmal.
Text: Günter Flür, Bezirkschronist
Fotos: Archiv Chronik Karrösten

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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.:12 vom 20. März 2025
Alois Schuler
Am 12.3.1954 stirbt in Riedern, Gemeinde Haiming, Alois Schuler im 62. Lebensjahr. Er wurde als Sohn der Amalia Schuler am 17. Feber 1892 geboren. Wie viele andere uneheliche Kinder erblickte Alois in der Landesgebäranstalt Innsbruck das Licht der Welt. Als Schütze rückt er am 19. Mai 1915 in das Standschützenbataillon Silz ein. Sein Kriegseinsatz führt ihn nach Südtirol in den Kampf um den Rauchkofl. Am 6. September verliert er bei den Kampfhandlungen seine rechte Hand. Als Invalide kehrt Alois am 23.2.1918 in sein Heimatdorf zurück. Neben Schuler werden an diesem Tag noch zehn weitere Standschützen aus der Silzer Abteilung schwer verwundet, unter ihnen auch Heinrich Heiß aus Riedern. Der „Lois“ ließ sich vom schweren Schicksalsschlag aber nicht sein zuversichtliches und offenes Wesen nehmen. Als Gründungsmitglied der Heimatbühne Haiming, als langjähriger Kriegsopferverbandsobmann und vor allem als „Gmuadiener“ beeindruckte er die Mitbürger mit Humor und Witz. In vielen schweren Lebenssituationen gab er, wenn er mit einer Nachricht von der Gemeinde mit dem Radl einkehrte, so manchem Leidgeprüften neuen Mut. In den mittleren Lebensjahren heiratete Lois und verbrachte seine letzten Lebensjahre mit Frau und Ziehtochter auf dem „Gütl“ in Riedern. Bei seinem Begräbnis am Haiminger Friedhof versammelte sich eine große Trauergemeinde. In der Abschiedsrede brachte auch Bürgermeister Karl Kapeller dem Verstorbenen seine Hochachtung zum Ausdruck, die Musikkapelle Haiming spielte Trauerweisen.
Foto: Chronik Haiming
Text: Manfred Wegleiter, Ortschronist

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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.:10 vom 05.März 2025
„Wos brauch’n miar a Hauptschual?
„Wos brauch’n miar a Hauptschual? Mir sein ou gnuag gscheit gwoarn und lei in die Volksschual gongen“ – diese Aussage soll laut Überlieferung der damalige Silzer Bürgermeister Franz Heinz getätigt haben und so zum „Geburtshelfer“ der Hauptschule Haiming geworden sein. Die Haiminger nahmen das Angebot an und die Hauptschule startete mit dem Unterrichtsbetrieb im Schuljahr 1954/55. Die 91 Schülerinnen und Schüler kamen aus den Gemeinden Haiming und Silz, einige auch aus Mötz, Stams und Rietz. Der Schulbetrieb wurde in dem 1951/52 errichteten Volksschulgebäude am Tränkeweg abgehalten. Die Gemeindeführung entschied sich zu einem weiteren Neubau für die Volksschule und errichtete diesen mit einem Kostenaufwand von 1,5 Mio. Schilling im Jahr 1955 im „Winkling“. Heute unterrichten an der Mittelschule Haiming 24 Lehrpersonen in 8 Klassen 158 Schülerinnen und Schüler, als Schuldirektor fungiert Martin Muigg-Spörr.
Text & Foto: Chronik Haiming

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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.: 9 vom 26. Februar 2025
Wasserversorgung Karrösten
Im Februar 1969 wurden mit den Erschließungsarbeiten der Frauenbrunnenquelle zur Sicherung der Trinkwasserversorgung von Karrösten begonnen. Zu diesem Zwecke musste die Ruine der ehemaligen Bergwerksaufbereitungsanlage niedergerissen werden. Ergebnis: 17 Sekundenliter Wasser. Die Quelle wurde nach Vollendung der gesamten Anlage in die bereits erstellte Quellstube eingeleitet. Laut Planung führt die Leitung von der Quellstube ca. 400 m in südwestlicher Richtung zum Pumphaus und von dort in einer Länge von 1.160 m zum Hochbehälter im Altwigg (Höhenunterschied 320 m). Nach Vollendung der Quellstube wurde mit dem Hochbehälter (200.000 Liter Fassungsraum) begonnen. Nach Fertigstellung desselben wurde von der Firma Winkler der Leitungsgraben vom Hochbehälter zum Pumphaus ausgehoben. Durch die guten Bodenverhältnisse und die lange Schönwetterperiode von August bis Anfang Dezember begünstigt, schritt die Arbeit rasch voran. Bei der Grabung der Zuleitung zum Pumphaus gab es Schwierigkeiten, hervorgerufen durch Wassereinbruch in der Nähe der Quellstube und durch die Tiefe des Grabens bis zu fünf Meter. Auch die Zuleitung zum Pumphaus und die Abzugsleitungen wurden verlegt. Der Kostenaufwand der geleisteten Arbeit einschließlich der Wasserstuben betrug 1.050.000 Schilling. Für jeden Wasseranschluss wurde von den Gemeindebürgern ein Betrag von je 1000 Schilling oder 67,5 Arbeitsstunden geleistet.
Text: Gemeindechronik Karrösten
Bild: Günter Flür

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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.: 7 vom 12. Februar 2025
Einweihung VS Karrösten …
Bereits im Jahre 1930 existierte ein Plan, für Karrösten und Karres gemeinsam eine Schule zu errichten. Die Umsetzung wurde in beiden Gemeinden aber nie ernstlich erwogen. Im Jahre 1947 lag ein Projekt von Architekt Volgger aus Oetz vor. Als Bauplatz wäre der Kirchacker vorgesehen gewesen. Auch damals schlief diese Angelegenheit bald wieder ein. Besonders dringend wurde das Problem, als 1955/1956 die Volksschule Karrösten zweiklassig wurde (Wechselunterricht bis Februar 1964 in der alten Schule), so wurde das Bauvorhaben 1960 wieder aufgegriffen. Schließlich wurden die „Kåbesgärten“ erworben (255 m²). Den Bau brachte aber erst 1962 der neu gewählte Bürgermeister Gebhard Oppl in Schwung. Bereits drei Wochen nach seiner Wahl fand die Kommissionierung des Neubaus statt. Im Juni desselben Jahres wurde der Grund ausgehoben, im September war Baubeginn. Die Grundsteinlegung fand am 20. Oktober 1962 statt. Am 16. Februar 1964 fand die feierliche Einweihung des neuen Hauses statt. Die Gesamtkosten der neuen Schule beliefen sich auf rund 2.300.000 Schilling. Harald Schwarz und Monika Raffl sagten – als Ausdruck der Freude aller Schüler über dieses Ereignis – Gedichte auf. Allgemein wurden die Räume und Klassenzimmer schön und zweckentsprechend befunden.
Text und Foto: Gemeindechronik Karrösten, Günter Flür

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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.: 5 vom 05. Februar 2025
Haiminger Fasnachtsgruppen …
Fast hundert Jahre sind es nun her, als die Haiminger mit einigen Fasnachtsgruppen im Jahr 1927 durch das Dorf zogen. Die Kostümierung war schon allein aufgrund der wirtschaftlich harten Zeiten in den 20er Jahren äußerst einfach und ohne Firlefanz – alles stammte aus eigenen Beständen, fantasievolle Gewänder ersetzten wertvolle Materialien. Im Bild die „Laninger“-Gruppe, mit dem aus Telfs stammenden Edi Gredler vulgo „Fugger“ (in Bildmitte auf dem Wagen sitzend), der damals als Obmann der Haiminger Fasnacht fungierte. Rechts neben dem Fasnachtsobmann steht Anton Raffl vulgo „Böckeler“, hinter Gredler mit Gitarre ist Josef Nagele „Adamen“ zu erkennen und ganz oben auf dem Wagen steht Seppl Rangger aus Schlierenzau. Eduard Gredler (geb. 28.11.1891) heiratete am 27.2.1922 in Stams Adelheid Senn aus Haiming. Er fiel am 28.4.1943 in Sairach (Slowenien). Bis 1959 gingen die Haiminger mit Unterbrechungen in die Fasnacht – nach einer 15-jährigen Pause reaktivierten die Haiminger auf Initiative von Gerhard Valte das organisierte Fasnachtstreiben mit der Neugründung des Fasnachtsvereines am 9. Jänner 1974 und dem darau¬olgenden Umzug am 17. Februar 1974.
Manfred Wegleiter, Ortschronist

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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.: 4 vom 22. Jänner 2025
Waldaufseher Haiming …
Fünf Jahrzehnte lang übte Ignaz Gager in Haiming die Funktion des Waldaufsehers aus. Als er 1960 in den Ruhestand wechselte, trat Franz Götsch „Unterruaner“ in seine Fußstapfen. In kleiner gemütlicher Runde wurde dem alten Waldhirten Ignaz für seine Verdienste um die Haiminger Waldpflege von Bürgermeister Karl Kapeller eine Urkunde überreicht. Ignaz Gager wurde am 23.6.1885 in Haiming Nr. 1 geboren, er heiratete am 8.1.1912 die Straßeneinräumertochter Agnes Schaber, mit der er fünf Kinder hatte. Mit Gemeinderatsbeschluss vom 31. Mai 1910 trat er am 1. Juni 1910 die Nachfolge des Waldhirten Josef Kapeller an. Nach fünfzigjähriger Dienstzeit und im Alter von 75 Jahren kündigte Gager am 31.12.1959 seinen Dienst bei der Gemeinde Haiming. Nachfolger Götsch hatte Waldgebiete im Gesamtausmaß von 1817 ha zu betreuen. Neben seiner beruflichen Tätigkeit bestätigte sich Ignaz Gager ehrenamtlich als Funktionär bei verschiedenen Institutionen und Vereinen wie dem Bienenzuchtverein und beim Tiroler Bauernbund. Er starb am 1. Mai 1966 in Haiming. Im Bild Familienangehörige, Arbeitskollegen und Gemeindevertreter bei der Feier zum Abschied des verdienten Waldaufsehers.
Foto: Franz Götsch jun.
Text: Manfred Wegleiter, Ortschronist

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Oberländer Rundschau Ausgabe Nr.: 2 vom 08. Jänner 2025
Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens …
Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens in Magerbach, dem Ortsteil der Gemeinde Haiming nördlich der Innbrücke, war seit jeher der Gasthof Löwen. Da bis Ende der 1930er Jahre über Magerbach die Reichsstraße vorbeiführte, gab es dort auch für die anwohnenden Kinder allerhand zu bestaunen. Fremde Gestalten, knatternde Automobile und illustre Gäste sorgten für Unterhaltung rund um das Gasthaus, das damals im Eigentum von Eduard Leitner „Zedler“ stand. Und in den umliegenden Bauernhöfen fanden sich genügend Gleichaltrige, mit denen man herumtoben konnte. Das Foto zeigt einige der Magerbacher Kinder in ihrem Sonntagsgewand auf der Bank vor dem Gasthaus Löwen.
Foto: Privatarchiv Maria Kolb
Text: Manfred Wegleiter, Ortschronist

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