Nie mehr wieder!
Im Oberlandsaal Haiming fand am 11.11.2025 die Präsentation des Projektes „Verloren-Verdrängt-Vergessen: 80 Jahre Kriegsende in Haiming“ statt. „Ein derartig großes Echo habe ich mir nicht erwartet, vor allem das Interesse von jüngeren Menschen war auffallend“, zieht Ortschronist Manfred Wegleiter eine positive Bilanz.
Mehr als zwei Jahre hat Wegleiter recherchiert und die Ergebnisse bei der Auftaktveranstaltung und den zwei darauffolgenden Ausstellungsabenden präsentiert. Bei der Organisation wurde der Ortschronist vom Kulturverein „Kulturraum Haiming-Ötztal“ unterstützt, die Gemeinde stellte finanzielle Mittel für die Umsetzung zur Verfügung. Besonders wertvoll war die Einbindung von Schulklassen der Mittelschule Haiming, die sich dem Thema mit Collagen auseinandersetzten. Moderiert wurde der Abend von Josef Pohl, Beiträge lieferten neben Wegleiter noch Adi Meierkord und Bernd Stigger.
Biografien von Bombenopfern, Gefallenen, Vermissten, Verfolgten und Opfern der Krankenmorde waren ebenso Teil der Veranstaltung, wie Interviews mit Zeitzeugen, Fotos und Filme über den Kraftwerksbau, das Windkanalprojekt und Berichte über die Kriegsgefangenschaft. „Im Saal war es zwei Stunden lang mucksmäuschenstill, die Besucher waren zutiefst bewegt. Im Anschluss an den Vortrag und bei den zwei folgenden Ausstellungsabenden konnten viele Anfragen beantwortet werden“, berichtet Wegleiter.
Aus allen Landesteilen waren Interessierte nach Haiming gekommen. Margit S., deren Vater beim Bombenangriff auf Innsbruck am 15. Dezember 1943 ums Leben kam, reiste sogar aus der Schweiz an. Auch viele Kolleginnen und Kollegen aus dem Chronikwesen konnten in Haiming begrüßt werden. Mit den eingegangenen, freiwilligen Spenden soll mit einem Erinnerungsprojekt der Opfer der Kriegszeit gedacht werden – die Umsetzung hierfür obliegt dem Kulturraum Haiming-Ötztal.
Text: Manfred Wegleiter, Chronist Haiming.



Fotos: Simon Wegleiter