„Die Gemeinde als Bauherr“ in Tulfes
Heute Nachmittag wurde in Tulfes eine Ausstellung eröffnet, die mehr ist als eine bloße Dokumentation der Vergangenheit: Ortschronist Otto Zeisler präsentiert unter dem Titel „Die Gemeinde als Bauherr“ 18 Themenfelder, die in ihrer Gesamtheit ein abgerundetes Bild davon zeichnen, was eine Gemeinde für ihre Bürgerinnen und Bürger im Laufe der Jahrzehnte aufgebaut und gestaltet hat – von der Trinkwasserversorgung über Schulhäuser und Sportplätze bis hin zu Friedhöfen.


Otto Zeisler verfolgt mit seiner Arbeit als Ortschronist ein klares Credo: Geschichte darf nicht im Verborgenen schlummern. Eine Chronik, die im Keller verstaubt, verfehlt ihren eigentlichen Zweck. Deshalb macht er es sich zur Aufgabe, das historische Wissen der Gemeinde durch Ausstellungen lebendig zu machen.
Die Wahl des Themas ist dabei ebenso klug wie zeitgemäß. In einer Zeit, in der die Leistungen öffentlicher Institutionen oft als selbstverständlich hingenommen oder gar in Frage gestellt werden, lohnt es sich, den Blick auf das zu richten, was eine Gemeinde tatsächlich und greifbar bewirkt. Straßen, Bauten zum Hochwasserschutz, Wasserversorgung, Sportstätten, Vereinshäuser – all das entsteht nicht von selbst. Es sind Entscheidungen, Investitionen und mitunter jahrelange Anstrengungen, die das alltägliche Leben erst möglich machen. Wer das erkennt und versteht, erhält vielleicht auch eine größere Bereitschaft, an der Zukunft seiner Gemeinde aktiv mitzuwirken.

Wie die Ausstellung selbst, so ist auch ihre Entstehung ein Gemeinschaftswerk. Bürgermeister Martin Wegscheider lieferte persönlich die Ausstellungswände, die freundlicherweise durch die Organisation von Chronist Karl Wurzer aus Volders ausgeliehen wurden. Ottos Sohn half beim Einrahmen der Plakate, und Sabrina Gundolf zeichnete verantwortlich für die Grafik.
Besonders gelungen war die Entscheidung, die Ausstellungseröffnung unmittelbar mit der Eröffnung des neuen Hauses der Generationen zu verbinden und dort stattfinden zu lassen. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher, die eigens zum neuen Haus gekommen waren, fanden so ganz nebenbei den Weg in die Ausstellung.

Zur Ausstellung wurde überdies eine umfangreiche Begleitbroschüre erstellt. Wie Bürgermeister Wegscheider es treffend formulierte, können Besucher die Ausstellung damit „mit nach Hause nehmen“. Und auch nach ihrem Ende wird sie nicht verschwinden: Die gerahmten Plakate werden dauerhaft in den Räumlichkeiten der Gemeinde aufgehängt – ein nachhaltiges Konzept!

Wer die Ausstellung noch nicht gesehen hat, hat Gelegenheit dazu am 29. und 30. Juni, jeweils von 18:00 bis 20:00 Uhr.
Otto Zeisler freut sich über zahlreichen Besuch!
Text und Fotos: Veronika Lamprecht
Datum: 26.06.2026