Chronikabend in Oetz
Dorfchronisten sind in ländlichen Gemeinden eine wichtige Ressource, wenn es um die Aufzeichnung der Geschichte, Ereignisse und Entwicklungen eines Dorfes geht. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, die lokalen Geschichten, Traditionen und bedeutenden Ereignisse zu dokumentieren und zu bewahren. Die Rolle des Dorfchronisten ist vor allem eine ehrenamtliche Aufgabe, die sowohl historische als auch kulturelle Bedeutung hat. Sie sorgen dafür, dass die Geschichte eines Dorfes nicht verloren geht und in zukünftigen Generationen weiterlebt. Ihre Arbeit ist sowohl für die Identität des Ortes als auch für die Forschung von sehr großer Bedeutung.


Mit dem Lied „Im schönen, bunten Garten“ einer Geigengruppe der Musikschule Ötztal unter der Leitung von Edina Krilic wurden die Besucher im voll besetzten Saal „Ez“ am Freitagabend, 18. September, auf einen ganz besonderen Abend eingestimmt. Dorfchronist Sieghard Schöpf und das Team der Bücherei im Turm hatten zur Vorstellung der Dorfchronik des Jahres 2024 geladen und über 200 Interessierte waren seiner Einladung gefolgt, was von großem Interesse an der Arbeit von Sieghard und seiner Nachfolgerin zeugt. Einen herzlichen Gruß richtete er an alle, die gekommen sind – an Alt und Jung, an die Musikerinnen, einen besonderen aber an Pfarrer Andreas Agreiter, Vizebürgermeister Michael Nagele, seine Nachfolgerin Ursula Stecher, Ehrenringträger Hans Speckle und Helmut Prantl, Ehrenzeichenträger Franz Gstrein, Landeschronistin Andrea Raggl, Bezirkschronist Günter Flür, Gemeinderäte, Chronistenkollegen u. a. Ein großes „Danke“ richtete Sieghard an Bürgermeister Hansjörg Falkner, der entschuldigt war, das Büchereiteam und an alle, die ihm immer wieder wichtige Informationen und Fotos zukommen lassen. Nach dem Dank für die immer wieder positiven Rückmeldungen bezüglich seiner Arbeit wies er auf die Bilderausstellung mit den Veränderungen der Häuser und Personen von Oetz hin.
Nach der Chronikübergabe an den Vizebürgermeister Michael Nagele und an die Büchereileiterin Barbara Köhle ergriff Vizebürgermeister Michael das Wort. Er zeigte große Freude über die Arbeit von Sieghard, dankte ihm dafür, dass er bei allen Veranstaltungen dabei ist, zeigte große Wertschätzung ihm gegenüber und ist froh, „dass wir ihn haben“. Anschließend dankte Sieghard dem Büchereiteam und mit der Überreichung eines Blumenstraußes an Barbara Köhle, Ursula Stecher, Vroni Amprosi und seine Gattin Elisabeth schloss er seine Grußworte.


Sieghard ist seit 2015 als Dorfchronist tätig und seit 1. Jänner 2026 hat Ursula Stecher das Amt übernommen. Landeschronistin Andrea Raggl richtete anschließend Gruß- und Dankesworte an Sieghard und betonte, welch großen Wert eine Dorfchronik hat. Im Anschluss überreichte er an zwei Kameraden der FF Oetzerau das Protokollbuch der FF Oetzerau v. 1931 bis 2001, das er in Kleinstarbeit von der Kurrentschrift in die heutige Schrift sozusagen umgeschrieben hat und dessen Druck von der Sparkasse Imst finanziert wurde.
CHRONIKVORSTELLUNG. Mit den Zeilen: „Wer die Spuren der Vergangenheit liest, findet den Weg der Zukunft leichter“ begann dann das Highlight des Abends – die Präsentation der Dorfchronik 2024. Zu Beginn wurde auf die 20 Verstorbenen des Jahres zurückgeblickt, es hat sich einiges getan in diesem Jahr – Positives, Negatives und allerlei Bedenkliches.
410 Veranstaltungen bei Ereignissen wurden schriftlich dokumentiert, 111 Veranstaltungen wurden fotografisch festgehalten, 50 Videos wurden gedreht und einige Sendungen über Oetz in ORF, Servus TV, Ötztal TV etc. wurden aufgenommen und archiviert. Anschließend wurden Statistikzahlen präsentiert, die hier nicht alle nur annähernd aufgezählt werden können. Es folgte ein Rückblick auf Jahreshauptversammlungen und Neuwahlen bei versch. Vereinen, Erfolge von Sportlern, Lehrlingen, Musikern, Konzerte, Gemeindepolitik, Ehrungen, Veranstaltungen im Jahreskreis u. a.


Nach einer Pause folgte noch ein Film mit Fotos mit einem bunten Querschnitt durchs Jahr 2024. Die Chronik des Jahres 2024 und das Fotobuch können in der Bücherei im Turm oder im Gemeindeamt gelesen und angeschaut werden. Schöpf dankte für die Aufmerksamkeit und Anerkennung seiner Arbeit und ist erfreut, dass das Ergebnis dieser Arbeit gefällt. Mit Dankesworten an das Büchereiteam, die Musiker und alle Besucher des heutigen Abends schloss er den interessanten Abend, der allen sicher noch lange in guter Erinnerung bleiben wird.
Text: Werner Föger
30. September 2026