Zum Hauptinhalt springen

49. Bezirkschronistentag in Sautens

Geballtes Chronikwissen offenbarte sich in Sautens

Der 49. Bezirkschronistentag des Bezirkes Imst fand am 5. September 2026 im Raika-Saal Sautens statt. Bestens organisiert von Ortschronistin Friederike „Riki“ Hirsch und flankiert von den Ehrengästen MMag. David Abendstein (Landeschronist), Andrea Raggl-Weissenbach (Landeschronistin), MMag. Bernhard Mertelseder (Tiroler Bildungsforum), Kurt Tschiderer (Bezirkschronist für Landeck) sowie Ludwig „Luggi“ Auer (ehemaliger Bezirkschronist und Ortschronist von Sautens) wurde das Tagesprogramm von Bezirkschronist Günter Flür in launiger Form moderiert.

Riki Hirsch präsentierte Eckdaten ihrer Heimatgemeinde und betonte, welch lebenswerte Gemeinde Sautens ist. Die älteste bekannte Nennung stammt aus dem Jahre 1288, der Obstanbau hat eine über hundertjährige Tradition und mehr als dreißig Vereine bilden das Rückgrat von lebendigen Gemeindeaktivitäten.

Anschließend berichtete Günter Flür von den Veranstaltungen, Ausstellungen, Schulungen und gemeinsamen Unternehmungen seit dem Bezirkschronistentag des Jahres 2025. Der folgende Kassabericht von Sieghard Schöpf bewies, dass im Bezirk auch mit den Finanzen sorgsam umgegangen wird.

Die anwesenden Chronistinnen und Chronisten – 29 an der Zahl – lieferten bei ihren Jahresberichten spannende und lehrreiche Einblicke in ihre Arbeit. „Die Arbeit geht nie aus, künstliche Intelligenz und Digitalisierung erfordern laufende Schulungsbereitschaft, Veranstaltungen und Ausstellungen sind notwendig, um das Chronikwesen in der Öffentlichkeit präsent zu halten“ – so der einhellige Tenor der Teilnehmer. Als besonderer Höhepunkt im Berichtsjahr wird auch die Umsiedelung der Bezirkschronistenbibliothek in das neue Mötzer Vereinshaus in die Geschichte eingehen – besonders verdient hat sich für die Realisierung des Projektes Mag. Helmut Hörmann (Chronist in Stams, Mötz und ehemaliger Landeschronist) gemacht. In 16 Rollcontainern lagern inzwischen mehr als 9000 Bücher.

Für seine großen Verdienste um das Chronikwesen, hielt der Bezirkschronist eine Laudation für Luggi Auer und überreichte ihm als Wertschätzung ein Weingläserset mit Gravur. Dem Obsteiger Chronisten Johannes Faimann wurde zu dessen Geburtstag von allen Teilnehmern herzlich gratuliert.

Nach dem Mittagessen, zu dem die Gemeinde Sautens eingeladen hatte, stand noch ein Besuch des Kalkofenareals Sautens auf dem Programm, wo „Altchronist“ Luggi Auer einen kurzen Überblick über die Geschichte des Kalkbrennens gab.

Der 50. Chronistentag für den Bezirk Imst wird im Herbst 2027 in Haiming stattfinden.
Text und Fotos: Manfred Wegleiter

Die TeilnehmerInnen am Bezirkschronistentag in Sautens. Vorne v. links: Sieghard Schöpf, Jolanda Krismayr, David Abendstein, Riki Hirsch, Günter Flür, Andrea Raggl-Weissenbach, Ursula Stecher, Manfred Wegleiter. 2. Reihe: Helmut Plattner, Walter Christl, Richard Moschen, Bernhard Mertelseder, Wolfgang Santer, Elisabeth Tscholl, Helmut Hörmann, Johannes Faimann. 3. Reihe: Luggi Auer, Adolf Brüggler, Martin Schmid, Daniel Schwarz, Andreas Czermak, Thomas Thurner, Rudolf Mattle, Kurt Tschiderer, Franz Treffner. Oberste Reihe: Engelbert Schnegg, Walter Krajic, Andreas Fischer, Josef Köll, Herbert Raggl.
Günter Flür bedankt sich bei Luggi Auer für dessen verdienstvolle Tätigkeit.
Franz Treffner, Chronist in Imst ausgewiesener Fasnachtsexperte, mit Bernhard Mertelseder vom Tiroler Bildungsforum.
Adi Brüggler unterhielt sich mit seinen Kollegen Josef Köll und Walter Christl aus Stams.
Freuen sich immer auf ein Wiedersehen: Andreas Fischer und Helmut Hörmann.
Fachgespräche zwischen Herbert Raggl und Andrea Raggl-Weissenbach.
Interessiert: Johannes Faimann, Martin Schmid, Ursula Stecher.
Gute Stimmung beim Lokalaugenschein im Kalkofenareal: David Abendstein, Bernhard Mertelseder, Sieghard Schöpf, Walter Krajic und Andrea Raggl-Weissenbach.

Pressemitteilungen

Oberländer Rundschau Nr 37 vom 09. September 2026

Heute dokumentieren, morgen erinnern

49. Bezirkschronistentag in Sautens: Das Gedächtnis unserer Dörfer lebt

Im Raikasaal von Sautens herrschte kürzlich reges Treiben. Chronisten aus dem gesamten Bezirk Imst fanden sich ein, um Erfahrungen auszutauschen, laufende Vorhaben vorzustellen und das Netzwerk der Tiroler Chronikarbeit zu pflegen. Alle 24 politischen Gemeinden des Bezirkes gehören diesem Chronistenbezirk an. Die rege Teilnahme unterstrich die Verbundenheit der Ehrenamtlichen, die sich Jahr für Jahr zur gemeinsamen Tagung versammeln.

Von Friederike Hirsch

Wer das Geschehen in den Tälern festhält, wirkt meist im Stillen, daher ist der jährliche Bezirkschronistentag eine willkommene Gelegenheit, die Chronisten und ihre Arbeit vor den Vorhang zu holen. Die Organisation des 49. Bezirkschronistentages lag heuer in den Händen von Friederike „Riki“ Hirsch. Als Ortschronistin von Sautens empfing sie die Kollegenschaft im Raikasaal der Gemeinde Sautens. Nach den Begrüßungsworten stellte sie ihre Heimatgemeinde vor. Ein berührender Programmpunkt galt einem verdienten Mann des heimischen Chronikwesens: Ehrengast Ludwig Auer wurde offiziell von seinen Chronistenkollegen verabschiedet. Neben seiner Tätigkeit als langjähriger Chronist in Sautens war er zudem von 2008 bis 2018 auch Bezirkschronist des Bezirkes Imst. Bezirkschronist Günter Flür fand herzliche Worte für seinen Vorgänger  und dankte ihm herzlich: „Es ist zwar eine Verabschiedung, aber kein Vergessen.“ Auch Landeschronist David Abendstein, Bernhard Mertelseder vom Tiroler Bildungsforum, Andrea Raggl-Weissenbach (Landesleitung) und Kurt Tschiderer, Bezirkschronist von Landeck, schlossen sich den Dankesworten an.

LEBENDIGE CHRONIK-ARBEIT: Die Berichte der einzelnen Ortschronisten veranschaulichten die thematische Spannweite der laufenden Arbeiten im Bezirk. Die Berichte spiegelten die Vielfalt der Initiativen wider. Manfred Wegleiter aus Haiming stieß mit dem Gedenkprojekt zum Kriegsende 1945 auf großes Interesse bei der Jugend. Wolfgang Santer berichtete über die Ausstellung im Alten Schießstand in Sölden, während Hirsch Einblick in die von ihr kuratierte Maschgarar-Ausstellung im neuen Sautner Chronikraum gab. Die Pitztaler Chronisten wiederum präsentierten ihr Gemeinschaftsprojekt „Wege ins Tal“. Helmut Hörmann informierte über die neuen Räumlichkeiten der Chronistenbibliothek in Mötz. Zum Abschluss führte ein Rundgang zum Kalkofen in Sautens. Dort ließ Ludwig Auer das traditionsreiche Handwerk des Kalkbrennens noch einmal lebendig werden. Hirsch wies auf die gemeinschaftlichen Anstrengungen der Sautner Vereine hin, aus dem Gelände einen viel beachteten Veranstaltungsplatz zu machen.

Impuls Ausgabe Nr 15 vom 09. September 2026

Ein Leben im Dienst der Gemeinschaft

Sautner Ludwig Auer erhielt das Verdienstkreuz der Gemeinde Sautens

Bereits im letzten Herbst erhielt Ludwig Auer das Verdienstkreuz der Gemeinde Sautens. Im Rahmen einer Dankesfeier im Raika Saal Sautens würdigte im Oktober 2025 die Gemeinde Sautens Ludwig Auer für seine außerordentlichen Verdienste in der Gemeinde. Anlässlich des diesjährigen Bezirkschronistentages wurde Auer erneut für seine langjährige Tätigkeit als Chronist in Sautens geehrt.

 Nach 21 Jahren als Chronist der Gemeinde hat sich Ludwig in den „Chronisten-Ruhestand“ verabschiedet, nicht ohne für eine reibungslose Übergabe an seine Nachfolgerin Friederike Hirsch zu sorgen. Im Oktober bedankte sich die Gemeinde Sautens für nicht nur für seine Verdienste rund um das Chronistenwesen, sondern auch für sein Wirken in den unterschiedlichsten Vereinen und Bereichen der Gemeinde. BM Gritsch dazu:“ Herrn Ludwig Auer wird in Würdigung seiner außerordentlichen Verdienste, die er sich während seiner langjährigen Funktionen als Gemeinderat, Chronist, Obmann Krippenbauverein, Obmann Sautner Tanzmusig, Mesner und Mitglied der Feuerwehr, im Dienste und zum Wohle der Gemeinde erworben hat, das Verdienstkreuz der Gemeinde Sautens verliehen.“ Dank und Anerkennung erhielt Auer auch von der Pfarre Sautens. Pfarrer Andreas Agreiter im Pfarrbrief:“ Im Namen der Pfarre möchte ich mich hiermit bei Herrn Ludwig Auer für seine Unterstützung der Pfarre als Mesner, gewissenhafter Chronist, Kirchenführer der Erstkommunionkinder, und Kurator der Kirchenkrippe ganz herzlich bedanken, und ihm zur verliehenen Auszeichnung gratulieren.“ Das Verdienstkreuz der Gemeinde Sautens wurde 1997 ins Leben gerufen. Ludwig Auer ist erst der achte Gemeindebürger, der diese hohe Auszeichnung erhalten hat.

Chronikwesen Mit großem Einsatz dokumentierte er nicht nur aktuelle Ereignisse, sondern widmete sich auch der historischen Forschung. Unter seiner Leitung wurden beispielsweise 269 alte Flurnamen gesammelt und in einem Lageplan festgehalten – ein wertvoller Beitrag zur Bewahrung der Ortsgeschichte. Anlässlich des diesjährigen Bezirkschronistentages in Sautens wurde Auer erneut gewürdigt. Bezirkschronist Günter Flür: “Deine Arbeit als Chronist und Bezirkschronist ist legendär. Mit Geduld, Engagement und Ausdauer hast du wertvolle Impulse für die Gemeinde und den gesamten Chronistenbezirk gesetzt.“ Ludwig Auer war von 2008 bis 2018 auch Bezirkschronist des Bezirkes Imst. Wie Flür betonte, war die Art von Ludwig Auer – meist still im Hintergrund werkend, nie in den Vordergrund drängend – für das Chronikwesen immens wertvoll. In einem Buch mit 130 Seiten mit dem Titel „Chronikarbeit im Bezirk Imst“ hat Ludwig Auer, gemeinsam mit seiner damaligen Stellvertreterin Helene Bullock aus Mils, wertvolle Impulse geschaffen. Dieses Buch dokumentiert die Arbeit der Chronisten im Bezirk Imst. Ziel war die Förderung der lokalen Geschichtsschreibung, der Austausch unter Chronistinnen und Chronisten sowie die Weiterbildung in digitalen Medien- und Archivarbeit. Mit zahlreichen Vorträgen rückte Ludwig Auer immer wieder kleinere und größere Themen in den Vordergrund. So erarbeitete er unter anderem gemeinsam mit den Ötztaler Museen in der Reihe „Denkmalgeschützte Gebäude aus dem Ötztal“ den 30. Bilderspazierganges rund um das Sautner Schwimmbad und Freizeitzentrum, forschte zum Kalkbrennen in Sautens und zur Alten Senn. (riki)

Bezirksblätter Imst 16. September 2026

Gemeinsam für die Geschichte der Region

Chronistinnen und Chronisten aus dem Bezirk Imst trafen sich am 5.9.2026 in Sautens.

SAUTENS (bata). Wie wird die Geschichte eines Dorfes festgehalten und für kommende Generationen zugänglich gemacht? Ohne die Arbeit der Ortschronistinnen und Ortschronisten wäre dies kaum denkbar. Beim 49. Bezirkschronistentag am 5. September trafen sich 29 Chronistinnen und Chronisten aus dem Bezirk Imst im Raika-Saal in Sautens. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Sautner Ortschronistin Friederike „Riki“ Hirsch, die Moderation übernahm Bezirkschronist Günter Flür. Die Themen des Chronistentages waren vielfältig. Sie reichten von der Erforschung von Hausnamen im Rahmen der Ahnenforschung über die Digitalisierung von Sterbebildern und die Herausgabe eines Sagenbuches bis hin zur Arbeit an der Bezirkschronistenbibliothek und den Herausforderungen der Digitalisierung. Ein wichtiger Punkt war der Erwerb eines Buchscanners zur Einspeisung historischer Dokumente in TIGA, die Plattform „Tiroler Gemeindearchive“. Dabei wurde deutlich, dass die Digitalisierung von Chroniken kein einmaliges Projekt, sondern ein laufender und zeitintensiver Prozess ist.